Neu in der Schweiz?

Übersicht der Versicherungen, die Sie als Privatperson in der Schweiz benötigen.

Krankenkassen

Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz ist verpflichtet, sich für die Grundversicherung einer Krankenkasse zu versichern. Diese Grunddeckung versichert Arzt- und Spitalkosten bei Krankheit und Unfall. Gültigkeit ist immer ab dem offiziellem Einreisedatum in die Schweiz, auch wenn die Anmeldung bei der Krankenversicherung innert 3 Monaten ab Einreisedatum abgeschlossen werden muss. Das heisst, dass die Prämien dann immer rückwirkend per Beginn geschuldet sind. Die Wahl der Krankenkasse liegt bei Ihnen, insofern Sie die Frist nicht verpassen. Ein Prämien- und Leistungsvergleich ist zu empfehlen, denn die Kassen bieten verschiedene Sparmöglichkeiten mit unterschiedlichen Versicherungs-Modellen und Selbstbeteiligungen.

Wir zeigen Ihnen gerne auf was Sie achten müssen.

Welche Jahres-Franchise (Selbstbeteiligung) soll ich wählen?

Bei der Wahl der Jahres-Franchise beachtet man finanzielle, gesundheitliche und persönliche Gegebenheiten. Man stellt die Prämienersparnisse gegenüber den möglichen oder wahrscheinlichen Kosten und berechnet strategisch so die ideale Variante.
Wir zeigen Ihnen gerne eine persönlich, auf Sie abgestimmte Berechnung.

Tipp: Legen Sie die eingesparte Prämie jeden Monat bei Seite und sollten Sie eine Arztrechnung bezahlen müssen, oder Medikamente benötigen, haben Sie bereits das notwendige Geld dafür. Nach einer gewissen Zeit werden Sie mit diesem System ein beachtliches Kapital ansammeln, welches Sie im Notfall für die Gesundheitskosten benutzen können, oder im Idealfall zur freien Verfügung haben.

Worin liegt der Unterschied zwischen Selbstbehalt und Jahres-Franchise?

Bei der Krankenkasse unterscheidet man zwischen der Jahresfranchise und der Selbstbeteiligung.

In der obligatorischen Versicherung haben Sie die Wahl der Jahres-Franchise CHF 300,  CHF 500, CHF 1’000, CHF 1’500, CHF 2’000 und CHF 2’500 für Erwachsene. Kinder bis 18 Jahre können zwischen den Franchisen CHF 0.-, CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400 und CHF 500 wählen.

Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie.

Diese Franchise ist eine generelle Selbstbeteiligung, also bis zu diesem Betrag bezahlt die obligatorische Krankenkasse keine Leistungen (es bestehen Ausnahmen, z.B. bei Mutterschaft).

Zusätzlich zur gewählten Franchise muss sich jeder Kunde noch mit weiteren 10% an den übersteigenden Kosten beteiligen, jedoch bis zu einem jährlichen Maximalbetrag von CHF 700.- bei Erwachsenen und CHF 350.- bei Kinder und Jugendlichen bis Alter 18. Das nennt sich dann Selbstbehalt.

Bei einer Arztrechnung von CHF 2’000, für einen Erwachsenen mit einer Franchise von CHF 1’000, würde die Selbstbeteiligung wie folgt aussehen:

Also gemäss Beispiel würden Sie 1’200 CHF selbst bezahlen und die Krankenkasse würde CHF 800 übernehmen.

Die Versicherungsmodelle im KVG (Krankenversicherungsgesetz) unterscheiden sich in der 1. Kontaktaufnahme mit Ihrem Arzt, Arztzentrum oder Medgate (telefonischer Medizindienst).

Standard

freie Arztwahl

Hausarzt

Erstkontakt beim Hausarzt

HMO

Erstkontakt beim Ärztehaus

Telmed

Erstkontakt bei Medgate

Gemischt

kombinierte Modelle

Krankenzusatzversicherungen

Welche Zusatzversicherungen passen speziell zu Ihrer Situation?

Die Grundversicherung deckt die Grundversorgung im Wohnkanton für Arzt- und Spitalkosten bei Krankheit, Unfall oder Mutterschaft.

Separat sind Leistungen wie Alternativmedizin, Auslandaufenthalte, Halbprivat und Privatdeckung im Spital, Spezialisten und Chefarztbehandlungen, Brillen und Kontaktlinsen und viele weitere Leistungen über einen Zusatz zu versichern.

Einige Krankenkassen bieten auch Leistungen oder Beteiligungen bei vorbeugenden Aktivitäten wie Fitness, Sportklubs etc. an.

  • Grundversicherung
  • Zusatzversicherung

Notfälle im Ausland

Transportkosten

Allgemeine Spitalabteilung

Alternativmedizin

Brillen und Kontaktlinsen

Zusatzversicherungen müssen nicht zwingend bei derselben Kasse wie die Grundversicherung versichert sein. Diese können ebenfalls frei gewählt werden. Der Vorteil einen einzigen Versicherer zu haben für Grund- und Zusatzversicherungen liegt darin, dass Sie Ihre Arztrechnungen jeweils direkt dem Versicherer, oder über eine App einreichen können. Wenn Sie mehrere Versicherer haben empfehlen wir Ihnen Ihre Rechnungskopien immer an alle Versicherer zu senden. Die Krankenkasse, die pflichtig ist, wird die Leistung dann übernehmen.

Manche Zusatzversicherungen gibt es nur als Mehrjahresvertrag. Dies macht insofern Sinn, dass die Kassen so günstigere Prämien anbieten können. Zusatzversicherungen können per Vertragsende gekündigt werden (zu kontrollieren sind die entsprechenden Kündigungsfristen), oder wenn Sie die Schweiz definitiv verlassen, oder wenn die Prämie erhöht wird (Prämienveränderung durch Eintritt in eine andere Altersklasse gilt nicht als Prämienerhöhung). Die Grundversicherung hingegen kann jährlich gewechselt werden und unabhängig von den Zusatzversicherungen. Jedes Jahr zwischen Ende September und Anfangs Oktober prüfen das BAG und die FINMA die Grundversicherungsprämien aller Grundversicherer in der Schweiz. Die Krankenkassen senden dann die neue Police mit den entsprechend geänderten Prämien an Ihre Kunden. Aufgrund dieser Prämienapassung können Sie dann Ihren Grundversicherer bis zum 30. November kündigen und eine günstigere abschließen per 01. Januar des darauf folgenden Jahres. Ein Prämienvergleich lohnt sich, da Sie grosse Ersparnisse erzeugen können mit einer günstigeren Grundversicherung – ausserdem sind die Leistungen bei allen Versicherer gleich, da die Grundversicherung und entsprechenden Leistungen gemäss KVG (Bundesgesetz über die Krankenversicherung) gesetzlich vorgeschrieben sind.

Motorfahrzeug

Obligatorische Deckung

Kasko Deckung

Zusätzliche Deckungen

Wenn Sie ein Auto in die Schweiz mitbringen, müssen Sie dies prüfen lassen und beim Strassenverkehrsamt anmelden.

Bei der Fahrzeugprüfung muss bereits ein Versicherungsnachweis erstellt werden, sodass das Fahrzeug während der Prüfung benutzt, und nach der Prüfung definitiv eingelöst werden kann.

Auch hier lohnt es sich vorab Offerten-Vergleiche zu starten und die Leistungen und Selbstbehalte zu beachten.

Obligatorisch

Haftpflicht

Empfohlen

Kasko
Vollkasko bei neueren Autos /
Teilkasko bei älteren

Bonusschutz

Grobfahrlässigkeit

Parkschaden bei neueren Autos

Freiwillig/sinnvoll 

Zeitwertzusatz

Private Vorsorge Säule 3a(/b)

Das 3-Säulen-Prinzip in der Schweiz

Für die finanziellen Folgen von Invalidität (durch Unfall oder Krankheit) Alter (Pension), Todesfall (Schutz der Hinterbliebenen), Mutterschaft, Arbeitslosigkeit, etc. besteht in der Schweiz ein «Schutz»-System aus 3 Säulen, davon zwei obligatorisch sind und eine freiwillig.

I Säule
Staatliche Vorsorge

Obligatorisch
für alle Einwohner in der
schweiz

AHV
Alters-Hinterlassenen und
Invalidenvorsorge

IV
Invaliditätsversicherung

EL
Ergänzungsleistungen

II Säule
Berufliche Vorsorge

Obligatorisch
für (fast) alle Arbeitnehmenden
in der schweiz

BV
Berufliche Alters-
Hinterlassenen und Invaliden
Vorsorge

III Säule
Private Vorsorge

Freiwillig

3a
Gebundene Vorsorge

3b
Ungebundene Vorsorge

Eine 3a Versicherung ermöglicht die Erreichung von kurzfristiger, mittelfristiger und langfristiger Ziele. Die Kombinationen können flexibel gewählt und auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden. Aus diesem Grund ist hier eine persönliche Beratung sehr empfehlenswert, sodass die Kundenziele analysiert und entsprechende Lösungsvorschläge erarbeitet, verglichen und vorgeschlagen werden können.

Dieses System ist aus verschiedenen Versicherungen gebaut, die die Einwohner in der Schweiz schützen sollen. Speziell im Bereich Altersvorsorge und Erwerbsunfähigkeit gibt es jedoch einige Lücken. Aus diesem Grund gibt es die 3. Säule, welche freiwillig ist und der Bevölkerung die Möglichkeit gibt, die Lücken aus den ersten zwei Säulen zu ergänzen.

Leistungen fürs Alter, also nach der Pensionierung, aus der I und II Säule, machen zirka 60% des gewohnten Einkommens eines Einwohners aus. Die Lücke von 40% ist enorm und kann mit der privaten Vorsorge 3 a/b maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Person abgedeckt werden.

Zusätzlich zur Ergänzung der Altersvorsorge bietet die 3. Säule weitere, sehr interessante Vorteile: Steuern sparen, Eigenheim finanzieren, Familie absichern.

Altersvorsorge

Steuren sparen

Eigenheim finanzieren

Familie absichern und Risikodeckung

Kombinierte Haushaltversicherung

Eine Haushaltversicherung ist in den meisten Kantonen in der Schweiz nicht obligatorisch, aber in den meisten Fällen empfehlenswert.

Hausratversicherung

Das Risiko «Feuer und Elementarschäden» ist in den Kantonen Nidwalden, Waadt, Jura und Freiburg obligatorisch zu versichern. Nidwalden und Jura haben eine Kantonale Feuerversicherung, wobei im Jura und Freiburg der Versicherer frei gewählt werden kann.

Diese Versicherung deckt finanzielle Schäden infolge «Feuer/Elementar-Schäden», «Wasserschäden», «Glasbruch» und «Diebstahl». Die Module sind frei kombinierbar.

Zu den versicherten Objekten gehören alle beweglichen, nicht fest mit dem Gebäude verbundene Objekte. Stellen Sie sich vor, Sie schneiden das Dach eines Hauses ab, drehen das Haus kopf-über und alles was rausfällt gehört zu den versicherten Objekten der Hausratversicherung.

Wann empfiehlt sich eine Hausratversicherung?

Stellen Sie sich vor, Ihre Wohnung brennt durch ein Feuer ab und alle Ihre Möbel, Accessoires, Elektronikgeräte, Dekorationen, etc. sind beschädigt und müssen neu beschaffen werden – wenn Sie diesen Betrag selbst nicht begleichen können, empfiehlt sich eine Hausratversicherung. Sehr wichtig ist die Wahl der Versicherungssumme: diese kommt auf die Anzahl Zimmer und natürlich de Ausstattung an: sind es teure Möbel, haben Sie viele, teure Dekorationen und Wertsachen? Pauschal berechnet man pro Zimmer zirka 20’000 mit einer mittelklassigen Ausstattung. Am besten machen Sie hier eine Inventarliste mit Ihrem Berater und bewerten die Situation.

Privathaftpflicht

Die Privathaftpflichtversicherung ist in der Schweiz nicht obligatorisch, jedoch macht diese in jedem Fall Sinn.

Diese Versicherung ist in Kombination mit einer Hausratversicherung abschliessbar, oder auch separat. In Kombination mit einer Hausratversicherung profitieren Sie in den meisten Verträgen von einem Kombinationsrabatt.

Eine Privathaftpflichtversicherung deckt finanzielle Belastungen infolge von Schäden, die Sie als Privatperson an Dritt-Personen gerichtet haben. Ebenso wehrt die Haftpflicht unberechtigte Leistungsansprüche ab, deshalb nennt man Sie umgangssprachlich auch «passiver Rechtsschutz».

Sie sind mit einer Privathaftpflichtversicherung in verschiedenen Rollen versichert:

Als Privatperson, zum Beispiel wenn Sie aus Unachtsamkeit ein Objekt einer anderen Person beschädigen, als Familienoberhaupt, wenn Ihr Kind beim Fussballspielen die Fensterscheibe der Nachbarin mit einem Fehlschuss zerschmettert, als Tierhalter, wenn Ihr Hund aus Angst eine andere Person beisst, als Mieter, wenn Ihnen das Parfüm-Fläschchen aus der Hand rutscht und das Lavabo in Ihrer Mietwohnung beschädigt, als Sporttreibender, als Waffenbesitzer, als Velofahrer oder Mofa-Fahrer, bei Obhutsschäden (Sie bewahren ein Objekt einer anderen Person aus, oder Sie benutzen zum Beispiel ein Velo eines Kollegen und beschädigen dies bei einem Sturz), usw.

Wichtig: melden Sie bei Versicherungsabschluss, falls Sie ein Tier besitzen, Reitsport treiben, Jagen, gelegentlich Fremde Fahrzeuge führen. Diese Risiken müssen in der Police aufgelistet sein, damit Deckung dafür garantiert wird.

Weitere Versicherungen

rechtsschutz erhalten

Rechtsschutz

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Gebäudeversicherung

Wertsachenversicherung

Mietkaution

Assistance

Reiseversicherung